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Koordinative-Fähigkeit

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    Allgemeines

    Koordination bedeutet wörtlich (nach seinen zwei lateinischen Wortteilen) Zuordnung oder Beiordnung, wovon auch das Fachwort Koordinate abgeleitet ist.
    Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort für ein Zusammenwirken oder gegenseitiges Abstimmen verschiedener Faktoren, Glieder oder Organisationen verwendet. Typische Beispiele sind:

    • harmonisches Zusammenwirken von Muskeln etwa bei der Mimik, beim Gehen (Bewegungsapparat) oder Sehen (Augenmuskeln, räumliches Sehen), das meistens in der Kleinkindphase erlernt wird.
      • Gestörte Koordination bewirkt z.B. ruckartige bzw. fahrige Bewegungen, Krampf, Verspannungen oder Schielen, kann aber durch Training, Gymnastik etc. gebessert werden.
    • Koordinieren von geistigen und körperlichen Funktionen wie beim Sprechen (Sprachzentrum, Artikulation usw.), wobei Störungen entweder durch annehmende Geduld der Umgebung günstig beeinflussbar sind oder spezielle Therapien erfordern.
    • Abstimmung bei internen und externen Geschäftsprozessen
    • Gegenseitige Abstimmung von Abteilungen bzw. Verwaltungsstellen oder von Befugnissen innerhalb derselben. Hier bringt eine gestörte Koordination einen Verlust
      • an Wirkungsgrad mit sich, und meist auch
      • an Zufriedenheit der Beteiligten (Kunden, Mitarbeiter, Arbeitnehmer, Beamte, Bürger ...).
    • In der Chemie bedeutet Koordination auch die Zusammensetzung und den Aufbau chemischer Verbindungen, siehe Koordinationszahl und Komplexchemie.
    • Im Sport/Trainingslehre spielen "koordinative Fähigkeiten" (Reaktionsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Antizipationsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Rhythmusfähigkeit und Kopplungsfähigkeit) eine sehr grosse Rolle.
    • In der Sprachwissenschaft bedeutet Koordination (auch Parataxe genannt) die Verbindung zweier gleichwertiger Elemente (Wörter oder ganze Sätze) mittels einer Konjunktion.

    Koordinative Fähigkeite

     

    Orientierungsfähigkeit

    Die Orientierungsfähigkeit ermöglicht, sich in der Vielfalt von Positionen zu orientieren und anzupassen.
    Beispiele: Freistellen im Spiel; auf der Skipiste neben anderen fahren; sich bei Körperrotationen orientieren usw.

    Gleichgewichtsfähigkeit

    Die Gleichgewichtsfähigkeit ermöglicht, das Gleichgewicht zu halten oder es nach Positionsänderungen möglichst rasch wiederzugewinnen.
    Beispiele: auf einer Schwebekante balancieren; nach einer Rolle vw. den Stand halten; im Handstand einige Zeit stehen usw.

    Rhythmusfähigkeit

    Die Rhythmus- bzw. Rhythmisierungsfähigkeit ermöglicht, Bewegungsabläufe rhythmisch zu gestalten, zu akzentuieren oder einen gegebenen Rhythmus zu erfassen.
    Beispiele: sich nach Musik bewegen; einen Anlauf rhythmisch gestalten; auf Langlaufski oder Rollerblades skaten usw.

    Reaktionsfähigkeit

    Die Reaktionsfähigkeit ermöglicht, Informationen bzw. Signale aufzunehmen und darauf schnell und mit einer gezielten Bewegung zweckmässig zu reagieren.
    Beispiele: auf ein Signal starten; auf unvorhergesehene Situationen geschickt zu reagieren; Bälle als Torwart abwehren usw.

    Differenzierungsfähigkeit

    Die Differenzierungsfähigkeit ermöglicht, die eintreffenden Sinnes-Informationen differenziert auf Wichtiges zu überprüfen und die Bewegungen darauf dosiert abzustimmen.
    Beispiele: einen hart oder weich zugespielten Ball fangen; auf dem Minitrampolin abfedern; das Tempo variieren usw.

    Hinweise für das Training der koordinativen Fähigkeiten:

    • Die vielseitige Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten hat im Kindesalter Vorrang vor dem Training der konditionellen Fähigkeiten.
    • Vielseitige Bewegungserfahrungen ermöglichen eine natürliche Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten und fördern die Lernfähigkeit. Auf eine zu frühe Spezialisierung ist deshalb zu verzichten.
    • Selbstbestimmtes Erfahren und Entdecken bei koordinativen Bewegungsaufgaben fördert die Eigenständigkeit und dadurch auch die Motivation.
    • Koordinativ anspruchsvolle Bewegungsaufgaben sind im Sportunterricht zeitlich vor konditionell belastenden Bewegungsaufgaben zu platzieren.
    • Gut ausgebildete koordinative Fähigkeiten erleichtern das Lernen komplexer Bewegungsfertigkeiten.
    • Wenn Bewegungsabläufe koordinativ beherrscht werden, können sie durch integriertes Konditionstraining (Zusatzaufgaben) erschwert werden.
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