Suchen:

Der Trainer/Coach

Schweiz
Deutschland
Östereich

    Definition

    Im Sport ist der Trainer die Person, die Einzelsportler oder eine Mannschaft strategisch und Fitness mässig anleitet. Er bestimmt den Trainingsablauf, die Mannschaftsaufstellung und die Strategie beim Spiel bzw. Wettkampf. Trainer im Sportbereich werden auch als Coach bezeichnet. In den USA wird jedoch eine Unterscheidung zwischen Trainer und Coach getroffen. Während der Trainer für die Fitness und die Kondition der Mannschaft zuständig ist, übernimmt der Coach die Verantwortung für die Mannschaftsaufstellung und die Taktik. Auch in Europa ist dies immer mehr der Fall, vor allem in Leistungsteams wo der Betreuerstab des Teams aus mehreren Personen besteht. Im Jugendbereich (eher tiefe Stufen) ist meist der Trainer auch der Coach.

    Eigenschaften

    Was für Eigenschaften sollte einen Trainer in erster Linie auszeichnen:

    • Sozial- und Fachkompetenz
    • Leistungs-, Kreativitäts- und Motivationsblockaden lösen können
    • Beurteilungskompetenz
    • Persönlichkeitsentwicklung fördern können
    • Krisen- und Stresssituationen bewältigen können
    • Team motivieren können

    Aufgaben/Kompetenzen

    Jeder Trainer sollte vom Verein einen Stellenbeschrieb erhalten aus dem der Trainer seine Aufgagen und Kompetenzen sehen kann und wie diese geregelt sind. Der Trainer hat aber neben den Aufgaben und Pflichten gegenüber dem Verein auch noch Pflichten, die nirgends niedergeschrieben sein müssen. Will ein Trainer Erfolg haben, so muss er das Team kennen und er muss 100% hinter dem Team stehen können. Das heisst aber auch, dass der Trainer den Spielern und die Spieler dem Trainer Vertrauen können und dass man einander gegenseitig nicht belügt. Ist diese Vertrauensbasis in Ordnung, so kann der Trainer sein Team vor unwillkommenen Störfaktoren schützen.
    Zu den Aufgaben des Trainers/Coach können gehöre:

    • Die Einhaltung der Ihm vorgegebenen Ziele vom Verein
    • Das Team zu formen und auf die Meisterschaft und auf die einzelnen Wettkämpfe vorzubereiten.
    • Ist dafür besorgt, dass die Spieler, bzw. das Team seine Rituale durchführen kann.
    • Ist verantwortlich, dass verletzte Spieler betreut werden.
    • Ist verantwortlich, dass die Spieler eine möglichst optimale Möglichkeit haben einzulaufen.
    • Ist verantwortlich, dass die eigenen Spieler nicht vom Gegner vor dem Spiel abgelenkt werden.
    • Ist verantwortlich, dass die Gesundheit der Spieler gewährleistet ist. (Sei das im Spiel, auf dem Weg zum Spiel, nach dem Spiel, Auf dem Spielfeld – vor allem wenn man draussen spielt, usw.)
    • usw.

    Je nachdem in Welcher Kategorie oder Liga man spielt oder wie der Verein organisiert ist, liegt diese Last auf mehreren Schultern. Dies würde in der Praxis Sinn machen, würde vor allem im Jugendbereich wird dies zu wenig beachtet.
    Der Trainer ist die Verbindungsperson zwischen verschiedenen Stellen und Personengruppen und er soll als Puffer agieren:

     

    Dies sind viele Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, die einen mehr, die anderen weniger. Je besser der Verein organisiert ist oder die Aufgaben verteilt sind, desto einfacher ist es dies zu bewältigen. Der Trainer oder der Verein, der den Spielern solche Lasten abnehmen kann, kann sicher darauf zählen, dass der betroffenen Spieler dies mit seiner Leistung danken wird. Je unbelasteter ein Spieler auftreten kann, desto mehr kann er sich auf seine Leitung im Handball konzentrieren. In kleineren Vereinen oder Clubs ist es leider oft der Fall, dass diese Last nur von einer Person getragen wird.

    Die Herausforderung

    Bei der Herausforderung muss man etwas differenzieren zwischen Jugendmannschaften und Aktiv-/Leistungsmannschaften.

    Nachfolgend stehen die Hauptherausforderungspunkte für Jugendmannschaften die ein heutiger Trainer/Coach antrifft:

    • Schule, Lehre und Sport unter einem Dach zu vereinen
    • Ziele des Vereins zu erfüllen (gemäss Ausbildungsleitfaden des Vereins)
    • Verschiedene Persönlichkeiten zu einem Team zu formen
    • Talentförderung
    • Unterstützung der Junioren in Organisatorischen dingen für Schule, Ausbildung und Privatem, so dass der Handball nicht zu kurz kommt.
    • Die Eltern (Vorstellungen und Erwartungen der Eltern können eine grosse Herausforderung für einen jungen Trainer sein. Wichtig ist ein guter Kontakt mit den Eltern und Regelmässige Informationsanlässe.)
    • usw.

    Bei Aktiv- und Leistungsmannschaften (betrifft sicherlich auch Jugendmannschaften ab einer bestimmten Liga.) sieht dies wie folgt aus:

    • Beruf, Militär und Sport unter einem Dach zu vereinen
    • Dem Leistungsdruck vom Verein gerecht zu werden
    • Verschiedene Persönlichkeiten zu einem Team zu formen
    • Talentförderung
    • Allenfalls Unterstützung bei suche von Ausbildungsplatz oder Urlaubsgesuche für das Militär in Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins (je nach Organisation des Vereins, dient zur Entlastung des Spielers)

    Es wurden nur ein paar der wichtigsten Herausforderungen aufgezählt. Es gibt sicherlich noch viele mehr. Vielfach kommt es auch darauf an, wie ein Handballclub aufgebaut und organisiert ist oder ob er Leistungs- oder Breitensport orientiert ist. Vielfach ist das Fingerspitzengefühl eines Trainers gefragt, um das richtige Maas zu finden mit den verschiedenen Herausforderungen fertig zu werden. Vor allem im Jugendbereich sind oft junge Trainer mit den Tücken der pubertierenden Jugendlichen überfordert, da ist es sehr wichtig, dass die jungen Trainer vom Verein unterstütz werden und Ihm die entsprechende Hilfestellung gegeben wird. Wird ein solcher Trainer sich selber überlassen so ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser Trainer nicht lange Freude und Spass daran hat, diese Aufgabe im Verein zu machen. Leider wird in der Praxis in diesem Punkt immer noch viel zu wenig Wert gelegt. Die Konsequenz ist, dass viele Trainer bereits nach ein oder zwei Jahren das Traineramt wieder abgeben.

    Freude und Spass

    Trainer/Coach zu sein ist eine Aufgabe, die mit viel Arbeit und Verantwortung verbunden ist. Jedoch gibt diese Aufgabe der Person die sie ausübt sehr viel. Spass, Freude, Erfolg Ausgleich, usw. jeder Trainer kennt dieses Gefühl. Man arbeitet mit dem Team viel und hart und der Lohn dafür ist, dass man Erfolg hat. Dies muss nicht nur in sportlicher Hinsicht sein, dies kann auf vielen verschiedenen Ebenen der Fall sein. Hier einige Beispiele:

    • Ein neuer eher untalentierter Spieler schiesst sein erstes Tor.
    • Man erhält eine grosse Unterstützung in einem wichtigen Spiel durch die Zuschauer.
    • Man kann dem Team eine Freude machen, indem man z.B. einen Sponsor bindet, der ein Einlauf-T-Shirt sponsert.
    • Man unternimmt als Team eine Reise
    • Man gewinnt ein Derby oder sonst ein wichtiges Spiel.
    • Man gewinnt ein Turnier.
    • Man erreicht Ziele die dem Team gesetzt wurden.
    • Man holt sich den Meistertitel.
    • Das Team erfüllt die Ziele die vom Verein/Verband gesetzt wurden (Aufstieg, Meistertitel, Liga halten, usw.)

    Diese Erlebnisse geben dem Trainer/Coach mehr als man denkt. Das ist genau das, was die Aufgabe des Trainers so interessant und spannend macht.

    Trainer/Coach-Typen

    Wenn man sich ein Handball Spiel ansieht und einmal nicht die Spieler sondern den oder die Trainer/Coaches beobachtet stellt man fest, dass es zwei Arten von Typen gibt:

    Typ 1

    Der Ruhige, der während des gesamten Spiels fast nichts sagt. Er nimmt Auswechslungen vor. Er gibt dem einen oder anderen Spieler auf der Bank einen Tipp, was er beachten oder besser machen muss. Er lässt sich nichts anmerken, egal ob sein Team eine gute oder schlechte Aktion durchführt. Von aussen gesehen sieht man Ihm keine Emotionen an. Er sieht auf der Bank allenfalls sogar eher aus, als sei er ein Zuschauer der sich auf die Bank verirrt hat. Vergleichbar mit einem ruhigen See.

    Typ 2

    Diesen Trainer hält nichts auf der Bank. Er gibt den Spielern Quer über das Spielfeld Anweisungen. Er wird auch nicht ruhig auf der Bank sitzen, ja vielleicht steht er sogar darauf. Er fiebert mit seinem Team mit. Jedoch mit der Fähigkeit die Spieler nicht nervös zu machen oder jemanden zu beleidigen (z.B. Gegner od. Schiedsrichter). Dieser Typ Trainer ist nach dem Spiel genau so geschafft wie die Spieler. Er zeigt bei guten oder schlechten Aktionen seines Teams die entsprechenden Emotionen. Er ist vergleichbar mit dem aufgewühlten Meer.

    Es gibt natürlich nicht nur den Trainer/Coach Typ 1 und 2 sondern auch das ganze Feld dazwischen.

    Was spielt den alles eine Rolle, wie ein Team geführt wird, hier einige Faktoren:

    • Ehrgeiz und Persönlichkeit des Trainers/Coach
    • Was für einen Gesamtcharakter hat das Team, was braucht das Team
    • Wie will das Team geführt werden
    • Was ist notwendig, um das Spiel zu gewinnen
    • Nervosität des Teams und des Betreuerstabes
    • usw.

    Der Richtige Weg ist der, der dem Team am meisten hilft die gesetzten Ziele zu erreichen. Egal welcher Trainer-Typ es ist, die Hauptsache ist es, das alles zum Wohle des Teams geschieht. Das Team muss immer im Vordergrund stehen!

    Trainings - Leitfaden

    Jeder Verein sollte einen solchen Leitfaden haben. Man nennt diesen Leitfaden auch „der Rote faden“. In diesem Dokument sind alle wichtige Informationen enthalten, die für einen Trainer wichtig sind. In diesem Leitfaden sollten die folgenden Punkte enthalten sein:

    • Was wird in welcher Stufe trainiert technisch, taktisch, körperliche Fitness, usw. (von den kleinsten, bis zu den ältesten)
    • Es das Grundverteidigungssystem festgelegt (dies muss auf die erste Mannschaft ausgerichtet sein), plus welche alternativen Systeme die Spieler beherrschen müssen (welche in welcher Stufe)
    • Wie der Grundaufbau im Angriff aus sieht (diese muss ebenfalls auf die erste Mannschaft ausgerichtet sein)
    • Wie Handballtalente gefördert werden.
    • Festlegung von Fördertrainings, wer führt diese durch, wie oft, wo, usw.
    • Wie oft in welcher Stufe trainiert wird.
    • Wie Spieler behandelt werden, die in 2 Teams spielen.
    • Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen der Trainer für jede Stufe.
    • Was geschieht mit „Problemspieler“ (hier sind solche gemeint, die nur Probleme schaffen, was geschieht mit diesen.)
    • Notwendiger Ausbildungsstand der Trainer für die verschiedenen Stufen.
    • Fort- und Weiterbildungsanforderungen an den Trainer/Coach/Betreuer
    • usw.

    Ein solcher Leitfaden erleichtert die Arbeiten in einem Verein. Jeder Trainer auf jeder Stufe weis, was er zu tun hat und was für Ansprüche an Ihn gestellt werden.
    Ein Juniorentrainer, der einen Spieler von einer unteren Mannschafts-Stufe erhält weiss genau, was der im Minimumm kann. So erspart sich der Trainer viel Zeit und Aufwand herauszufinden was der/die neuen Spieler können und auf welchen Niveau sich ein Spieler befindet. Er kann den einzelnen Spieler, bzw. das ganze Team besser fördern und auf dem im Leitfaden definierten Niveau mit dem Aufbau und dem Training beginnen. Es ist sehr wichtig, dass sich jeder Trainer im Verein daran hält, denn sonst hat das ganze keinen Sinn.
    Kontrolliert werden sollte dies vom Verantwortlichen Bereichsleiter. Der Bereichsleiter ist auch die Person, die allfällige Maasnahmen anordnen muss, wird der Leitfaden nicht eingehalten. Spieler die nicht das notwendige Niveau erreichen müssen dann in zusätzlichen Fördertrainings auf das notwendige Niveau gebracht werden.

    Der Leitfaden sollte nicht eine einzelne Person anfertigen, sondern dieses wichtige Dokument sollte mit Vertretern vom Vorstand, dem Trainer der ersten Mannschaft und den restlichen Trainern erarbeitet werden. Es ist nicht ganz einfach, so einen Leitfaden zu erarbeiten, man sollte sich genügend Zeit dafür einplanen. Denn der Leitfaden muss dann über Jahre angewandt werden können.
    Das Resultat eines guten Leitfadens für den Verein wir der langfristige Erfolg des Vereins sein, der bestimmt nicht ausbleiben wird. Vereine in denen jeder Trainer etwas trainiert und nicht nach oben oder unten in den Teamstufen sieht kann höchstens Teilerfolge erzielen, langfristig wird ein solcher Verein keine nennenswerten Erfolge einfahren können.

    Es gilt das Motto:

    Alles zum Wohle des Vereins und nicht des einzelnen Teams

    Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass es vor allem im Juniorenbereich nach einem solchen Konzept Teams gibt, die in der Meisterschaft unten durch müssen. Jedoch wird ein solcher Spieler von einem solchen Konzept nur profitieren können, denn er erhält die Ausbildung die er benötigt um den Handball zu spielen, den es braucht um dann im Aktivbereich zum Erfolg zu kommen. Ein Beispiel:
    Ein Spieler hat ein grosses Handballerisches Talent. Er spielt in der Mannschaft bis 17 jährigen. Der Spieler schiesst jedes Spiel 12-15 Tore. Das Team hat grossen Erfolg. Die Konsequenzen für die Mannschaft und den Spieler sind jedoch sehr negativ:

    1. Der Talentierte Spieler lernt nichts dazu und kommt nicht weiter.
    2. Es besteht die grosse Gefahr, dass der Spieler überheblich und arrogant auf dem Spielfeld agiert.
    3. Die Mitspieler schieben die Verantwortung auf das Talent ab und lernen dadurch nichts dazu.
    4. Das Talent des Spielers wird irgendeinmal im Aktivbereich nicht mehr reichen, um gut zu sein. Er spielt dann anstatt in der ersten Mannschaft in der zweiten.
    5. Die Mitspieler werden sobald Sie Verantwortung übernehmen müssen scheitern, weil Sie nicht wissen wie man damit umgehen muss. Sie haben es ja dem Talent abschieben können.

    Fazit

    Einen talentierten Spieler sollte man zum wohl des Teams und den spielerischen Vorschritt des Talentes lieber in einer höheren Liga spielen lassen, um Ihn zu fördern und fordern. Am Schluss profitieren alle davon, die Mitspieler (lernen Verantwortung zu übernehmen), das Talent (wird gefördert und gefordert) und der Verein, der einen Top Spieler ausgebildet hat. Dies muss am Schluss das Ziel des Vereins sein seine Spieler optimal auszubilden, denn nur dann kann der Verein langfristig Erfolg haben.

    powered by eloquote.ch